Während einige Arbeitgeber im Münsterland Schwierigkeiten haben, Arbeitnehmer für ihre Produktion zu finden, gibt es im Ruhrgebiet viele Menschen, die nach längerer Zeit der Erwerbslosigkeit wieder zurück in den Beruf möchten. Eine Kooperation zwischen der Agentur für Arbeit Rheine und dem Jobcenter Dortmund hat  aktuell für fünf Kunden des Jobcenters Dortmund zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der TWE Vliesstoffwerke GmbH in Emsdetten geführt.

„Das Münsterland ist geprägt durch eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit“, erklärt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. „Das bedeutet aber auch, dass unsere Unternehmen offene Stellen häufig nur mit größerer Anstrengung neu besetzen können. Im Ruhrgebiet stellt sich die Marktlage jedoch anders dar, dort suchen mehr Menschen eine Beschäftigung. So entstand im Jobcenter Dortmund die Idee mit der Agentur für Arbeit Rheine zu kooperieren und Langzeitarbeitslosen aus Dortmund im Kreis Steinfurt eine neue Perspektive zu verschaffen.“ „Während Dortmund mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote von über 10 Prozent kämpft, könnten in Emsdetten viele freie Stellen mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerber besetzt werden. Wenn wir es also schaffen würden, unsere Kundinnen und Kunden in Dortmund von einer Arbeitsaufnahme in Emsdetten zu überzeugen, wäre das eine Win-Win-Situation für beide“, fügt Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund hinzu. Mit großem Engagement präsentierten Agentur und Jobcenter die Idee unter anderem dem Emsdettener Unternehmen TWE.

Was folgte, war ein gemeinschaftliches Projekt, das mit mehreren Partnern erfolgreich startete. Im Frühjahr fand ein Vorstellungstag bei TWE in Emsdetten statt, zu dem viele interessierte Kunden des Dortmunder Jobcenters anreisten. Einige von ihnen fühlten sich derart angesprochen, dass sie sich für ein mehrwöchiges Praktikum in der münsterländischen Stadt entschieden haben. „Fünf von sechs haben gegen Ende ihrer Praktikumszeit unser Arbeitsplatzsangebot angenommen“, erklärt Peter Kemper, Personaldirektor bei TWE. Anfang Juli haben sie einen Arbeitsvertrag bei TWE unterschrieben. Einer von ihnen, Rachid Ziali El Hachmi, wird in den nächsten Monaten mehrere Abteilungen der TWE kennen lernen und zum August 2019 sogar eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik aufnehmen.

„Üblicher Weise rekrutieren wir Mitarbeiter über unsere Facebook-Seite oder Stellenanzeigen in den hiesigen Zeitungen. Auch im Helferbereich besteht immer Bedarf an neuen Einstellungen, insbesondere, da ein Großteil der Arbeitsplätze sogenannte Anlerntätigkeiten sind“, erklärt Peter Kemper. „Eine Kooperation wie diese würden wir jederzeit wieder eingehen, da wir die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit als sehr angenehm und die Unterstützung durch das Jobcenter Dortmund als sehr professionell und hilfreich empfunden haben. Mit diesem Erfolg, dass wir fünf neue Mitarbeiter erhalten, hatte keiner von uns zu Beginn des Projektes gerechnet!“

Unterstützt wurden die Praktikanten und neuen Mitarbeiter durch die Dortmunder Bildungs-, Entwicklungs- und Qualifizierungsgesellschaft dobeq, die ihnen während des Praktikums sozialarbeiterisch zur Seite stand. „Wir haben seit einigen Jahren ein Konzept vorliegen, um Langzeitarbeitslose außerhalb der Heimatregion in Arbeit zu bringen“, so Oliver Schröter, der sich bei der dobeq insbesondere um Beschäftigungsprojekte kümmert. „Hier hat es sehr gut funktioniert, und wir betreuen die Arbeitnehmer auch in den nächsten Monaten weiter, damit sie den Schritt ins Arbeitsleben gemeinsam mit ihren Familien gut schaffen können.“ Derzeit geht es besonders um die Suche nach Wohnraum, und die Integration der Kinder in Schule und Kita.

Reiner Zwilling zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf des Projekts: „Um dem Personalengpass in unserer Region zu begegnen, ist es gut neue, kreative Wege zu gehen und dabei mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt eng zusammenzuarbeiten und im kontinuierlichen Austausch zu bleiben“, so Reiner Zwilling. „Für eine neue Arbeit in eine fremde Stadt zu ziehen und damit seinen Lebensmittelpunkt zu verlagern, erfordert viel Mut. Diesen haben die fünf Kunden des Jobcenters Dortmund mit ihrer Entscheidung bewiesen.

(Quelle: Foto/Text – Agentur für Arbeit, Ahlen-Münster)

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